3. Benefizkonzert, Sonntag, 15. Dezember 2024, 15.00 Uhr, Franziskanerkirche Luzern
Mit diesem Konzert, dem ein Vollerfolg beschieden war, ging diese Konzertreihe zu Ende. Einmal mehr zeigte es sich, dass krebskranke Kinder bei den Mitmenschen ein Thema sind. Sie liessen, sich von heimatlichen Tönen berieseln und bewiesen Verbundenheit mit der jüngsten Generation unserer Welt. Ihre Spende ist in die moderne Medizin sehr gut investiert.
Mit Einwiligung von Frau Regierungsrätin Michaela Tschuor geben wir den Wortlaut ihrer Berüssungsrede an die Leserschaft weiter. Es lohnt sich ein paar Minuten im Text zu verweilen.
Viel Vergnügen beim Lesen.
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der kantonalen und kommunalen Behörden
Geschätzte Vertreterinnen und Vertreter der Theodora-Stiftung und der Stiftung Zukunft Kinderspital Zentralschweiz
Geschätzte Vertreterinnen und Vertreter des Kinderspitals und der Kinderspitex
Geschätzte Besucherinnen und Besucher des Benefizkonzerts
Es ist mir eine grosse Ehre, Sie heute Nachmittag zu diesem besonderen Benefizkonzert willkommen zu heissen. Ein herzliches Grüezi gilt Ihnen allen, da sie mit Ihrer Anwesenheit hier in der Franziskanerkirche ihre Verbundenheit zu diesem wichtigen Anlass unterstreichen.
Heute am 3. Advent kommen wir zusammen, um nicht nur Musik zu geniessen, sondern auch, um etwas ganz Wesentliches zu tun: Als Zentralschweiz stehen wir nämlich mit den drei Benefizkonzerten solidarisch zusammen, um gemeinsam einen Unterschied zu machen – für Kinder, die aufgrund von Krankheit oder schwierigen Umständen eine besondere Unterstützung brauchen.
Die Institutionen, die wir mit diesem Konzert fördern – das Kinderspital, die Kinderspitex und die Theodora-Stiftung – leisten mit ihrer Arbeit etwas, das weit über medizinische Versorgung hinausgeht: Sie schenken Hoffnung, Freude und ein Stück Normalität in Situationen, in denen vieles herausfordernd ist.
Nachdem meine Obwaldner Regierungskollegin Cornelia Kaufmann und mein Nidwalder Regierungskollege Peter Truttmann in Sarnen und Hergiswil die Konzertbesucherinnen und Besucher begrüssen durften, habe ich mir überlegt, wie ich Ihnen am heutigen letzten Tag der Konzert-Trilogie einerseits die Bedeutung dieses überkantonalen Benefizkonzerts und andererseits unser aller zentralschweizerischer Zusammenarbeit veranschaulichen kann.
Dazu habe ich Ihnen eine «wahre Geschichte» mitgebracht, die uns Zentralschweizer Kantone im Bereich der Kindermedizin aber auch in der Notwendigkeit auf Stiftungen angewiesen zu sein, verbindet. Wenn wir heute Abend hier in der Zentralschweiz zusammenkommen, bietet sich uns eine besondere Gelegenheit, an eine Persönlichkeit zu erinnern, deren Leben und Wirken genau diese Werte verkörpert haben: Audrey Hepburn. Viele kennen sie als Hollywood-Ikone, doch sie war viel mehr als das – eine engagierte Humanistin, die ihr Leben in den Dienst der Schwächsten gestellt hat.
Was wenige wissen: Audrey Hepburn hatte eine enge Verbindung zu unserer Region. Sie lebte in den 1954 – 1963 Jahren im Bürgenstock Resort, wo sie Ruhe suchte und neue Kraft tankte. Am 17. Juli 1960 bracht sie ihren Sohn Jean im Kantonsspital Luzern zur Welt. (Ein Kinderspital gab es damals noch nicht).
Besonders lagen ihr alleinerziehende Mütter und ihre Kinder am Herzen, und so setzte sie sich bereits damals aktiv für soziale Anliegen ein und spendete dem Kantonsspital einen beträchtlichen Betrag, um sich für Kinder, Kindergesundheit und sozial benachteiligte Mütter einsetzte. Ihre Verbindung zur Schweiz blieb bis zu ihrem Lebensende stark. Als UNICEF-Sonderbotschafterin bereiste sie später die Welt, um auf das Leid von kranken Kindern aufmerksam zu machen und Unterstützung für sie zu mobilisieren. Ihr Vermächtnis lebt weiter – durch den von ihrer Familie gegründeten Audrey Hepburn Children’s Fund, der ebenfalls kranken und benachteiligten Kindern auf der ganzen Welt hilft.
Dass Audrey Hepburn Zeit in unserer Region verbrachte und sich damals wie heute durch ihren Geist der Menschlichkeit mit den Anliegen von Kindern verband, macht sie zu einer symbolischen Brücke zwischen dem, was wir heute Nachmittag tun, und dem, was sie in ihrem Leben verkörpert hat.
Unsere Zeiten, in denen unsere Kinder gross werden, sind geprägt von Unsicherheiten, daher gilt es umso mehr, aufeinander achtzugeben und zusammenzurücken. Und es gilt vor allem achtzugeben auf diejenigen, die unseren Schutz besonders brauchen. - Nämlich unsere Kinder kranken generell.
Es freut mich daher umso mehr, dass wir heute insbesondere hier sind, um unseren kranken Kindern unsere Solidarität auszudrücken und Hoffnung zu geben.
Die Institutionen, die wir heute unterstützen – das Kinderspital, die Kinderspitex Zentralschweiz und die Theodora-Stiftung – leisten dabei Unglaubliches. Sie alle arbeiten Hand in Hand.
Sie schenken kranken und krebskranken Kindern medizinische Versorgung, liebevolle Begleitung und Momente des Lachens, selbst in den schwersten Zeiten. Ihre Arbeit erinnert uns daran, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Für diese anspruchsvolle aber auch schöne Arbeit im Dienste unserer jüngsten Patientinnen und Patienten danke ich den Traumdoktorinnen und Traumdoktoren der Theodora Stiftung, den Pflegefachkräften der Kinderspitex Zentralschweiz und den Kinderärztinnen und Kinderärzten des Kinderspitals Zentralschweiz sowie allen Mitarbeitenden dieser Institutionen.
Seit der Zeit von Audrey Hpburn,1954 hat sich vieles verändert. Vor allem der medizinische Fortschritt, die Diagnose und Therapiemöglichkeiten sowie die Entwicklung von neuen Arzneimitteln.
Aber, und das sage ich mit Nachdruck: In einem der reichsten Länder der Welt, sind wir nach wie vor darauf angewiesen, dass es Menschen wie Audrey Hepburn oder Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte von Institutionen wie beispielsweise die Stiftung Kinderspital Zentralschweiz oder der Theodora Stiftung gibt, weil viele der notwendigen Dienstleistungen nicht kostendeckend abgegolten werden im geltenden Tarifsystem.
Liebe Gäste, die Zentralschweiz ist bekannt für ihren Zusammenhalt und ihre Grosszügigkeit. Lassen Sie uns an diesem Abend genau das zeigen – durch unsere Unterstützung für jene, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Jede Note, die heute erklingt, ist ein Zeichen der Solidarität, jeder Beitrag ein Schritt hin zu einem besseren Leben für kranke Kinder und ihre Familien hier in unserer Region.Mein großer Dank gilt daher auch den heutigen Chören und der Organisatorin und Leiterin, Silvia Windlin, die uns heute ihre Zeit und ihr Talent schenken, um diesem Anlass eine unvergessliche Atmosphäre zu verleihen. Musik berührt die Herzen und hat die Kraft, Brücken zu bauen – zwischen uns allen und vor allem hin zu jenen, die unsere Unterstützung am meisten brauchen.
Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie Teil dieses besonderen Nachmittags sind. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen – inspiriert von Audrey Hepburns Botschaft der Menschlichkeit und getragen vom Wunsch, das Leben der Kleinsten in der Zentralschweiz zu verbessern.
Ich wünsche Ihnen einen bewegenden und inspirierenden Konzertabend.
Vielen Dank!